
Am ersten Tag schaffen wir es mit unserem Tross nach Frankreich ins Jura-Gebirge. Die wunderschöne Natur hier überrascht uns, und ein fast menschenleerer Campingplatz für die Nacht erscheint uns wie ein Geschenk.
Ich habe im Laufe der Fahrt Schmerzen bekommen, die nun am Abend immer stärker werden. Nach einem Abendessen im nahen, wunderschönen Städtchen kann ich kaum mehr laufen. Ein Hexenschuss hat zugeschlagen. Extreme Schmerzen bei jeder Bewegung lassen an eine Weiterfahrt gar nicht erst denken. Mein Partner unterstützt mich, wo er nur kann, versorgt mich liebevoll. Lucca, Wahya und Findus ziehen mit.
Nichts passiert zufällig, und ich habe nun Zeit, darüber nachzudenken, was mir diese Schmerzen sagen wollen. Während ich auf einer Decke im Gras liege, das wunderschöne Jura-Gebirge betrachte, meine Dehnübungen mache, ziehe ich mich ganz nach innen zurück. Ich erkenne das Thema und lasse mich führen. Es ist ein altes Thema zwischen mir und meinem Partner, über das wir immer wieder gestolpert sind und unsere Beziehung nicht nur einmal fast an den Abgrund gebracht hat. Ich spüre, dass es jetzt dran ist, angeschaut und losgelassen zu werden. Dafür braucht es keine Worte zwischen uns, es ist mein ganz eigener Prozess, der jetzt in Gang kommt und ich folge ihm.
Hier im Jura-Gebirge, zwischen Deutschland und Portugal, kann ich endlich meine Harmoniesucht loslassen, mich dafür entscheiden aus einer unguten Dynamik zwischen uns dreien auszusteigen und voll ins Vertrauen gehen. Ich spüre sofort die Veränderung zwischen uns und es macht mich so glücklich, wieder einmal zu merken, dass ich selbst es bin, die meine eigene Realität steuert. Wenn ich Schritte mache, mutig Dinge loslasse und vor allem den Film meiner Vorstellung der Zukunft neu drehe, dann geschieht auch in meinem Umfeld Veränderung. Es ist am Ende so leicht, einfach nur, weil ich Altes loslasse und fähig werde, Neues zu denken.
Ich habe immer wieder festgestellt, dass die wirklich wichtigen Prozesse zwischen mir und meinem Partner, genauso zwischen mir und meinen Kindern ohne Worte passieren. Still und im tiefen Einvernehmen. Wir sehen und spüren uns tief im Herzen, schauen uns in die Augen und wissen es einfach, dass es so ist. Was habe ich früher diskutiert und argumentiert, gewütet und geweint. So viele Worte verloren und so viele Verletzungen erlebt. Und nichts ist passiert. Im Gegenteil, die Kluft wurde dadurch meistens immer größer. Jetzt versuche ich bei mir zu bleiben, gehe nicht in die Projektion, sehe nicht den Anderen als den Schuldigen, sondern bleibe ganz bei mir selbst. Mein Partner sagt dazu am Ende nur einen abschließenden Satz: „Ist es jetzt so?“ Ich nicke. Wir umarmen uns still. Wir sind wieder ein kleines Stück freier geworden. Zwei Tage später fahren wir weiter. Es warten weitere transformative Prozesse und Erlebnisse auf uns.

Das ist meine Perspektive für 2 lange Tage. Auf dem Rücken im Gras liegend, Dehnübungen machend… Wenn diese schrecklichen Schmerzen und unser großen Vorhaben nicht wären, könnte es durchaus schlimmer sein im Leben…
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